Gesamtschule Kohlscheid: Projekt Laienreanimation

Am 02. Mai führte die Gesamtschule Kohlscheid erstmalig ein Reanimationstraining für Schüler der Jahrgänge 7-10 durch

Das Training wurde im Rahmen des zum 1. August 2017 vom Ministerium für Schule und Weiterbildung initiierten Projektes „Laienreanimation an Schulen in NRW“ durchgeführt.

Ziel ist es, möglichst viele an Schule beteiligte Personen, insbesondere Schüler/-innen aber auch Lehr- und Fachkräfte sowie Eltern mit Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut zu machen sowie für die regelmäßige Durchführung dieser zu gewinnen um die Laienreanimationsrate in Deutschland zu erhöhen.

Von medizinischer Seite wird das Projekt durch die Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik Aachen Projektbegleitend wird von der Uniklinik eine wissenschaftliche Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit des Trainings zu überprüfen. Hierzu wurde bereits im Vorfeld der Schulung eine Vortestung mit drei Schülern pro Klasse durchgeführt, die dann nach der Schulung noch einmal getestet werden sollen.

Hauptziele des Projektes sind die Aufmerksamkeit für das Problem „Herzstillstand“ zu erhöhen, möglichst viele Laien in Basismaßnahmen der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu schulen und damit die Rate an qualitativ hochwertigen Laienreanimationen vor Eintreffen des Rettungsdienstes nachhaltig zu steigern. Langfristig soll dadurch die Überlebensrate erhöht werden. Die Relevanz der Thematik zeigt sich darin, dass jährlich in Deutschland rund 100.000 Menschen präklinisch einen Herzstillstand erleiden. Weniger als 20% der Patienten überleben. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass nur in ca. 20-30% der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird - überlebenswichtige Zeit, die verschenkt wird! Durch frühzeitige Hilfe könnte das Überleben um das 3-4fache erhöht werden. So wie der Herzstillstand jeden (alt und jung) treffen kann, so kann auch jeder Leben retten!

Das theoretische und praktische Training wird von einem Notarzt für bis zu 88 Schüler parallel an 44 Reanimationspuppen durchgeführt und dauert pro Trainingsgruppe 1 Schulstunde. Das Projekt wird aus Eigenmitteln der Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Aachen finanziert und ist dadurch kostenlos.

Nach einer 20minütigen Einführung trainieren die Schüler in Zweiergruppen ausschließlich die Herzdruckmassage und erhalten Feedback durch Notärzte sowie Medizinstudenten. Am Ende der Stunde erfolgt eine achtminütige Reanimationsübung in Echtzeit zu Musik im Takt der Wiederbelebung, um die Dauer vom Notruf bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu demonstrieren.

Das Projekt soll mittelfristig zum festen Bestandteil der Präventionsarbeit an der Gesamtschule Kohlscheid und im jährlichen Rhythmus durchgeführt werden. Hierzu konnten bereits eine Kollegin und ein Kollege gewonnen werden. Um die Qualität der Schulungsmaßnahme sicherzustellen, muss jedoch zunächst eine Weiterqualifizierung durch die Uniklinik erfolgen. Ein weiteres Anliegen des Ärzteteams ist es auch, möglichst viele Lehrkräfte für eine Schulung zu begeistern, um an den Schulen optimale Voraussetzungen für das Training der Schüler zu schaffen.

Die Gesamtschule bedankt sich bei allen Unterstützern des Projektes ganz herzlich.

Text und Foto: RWTH Uniklinik/Spies

Datum:07.05.2018

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