Diese Überschrift trug eine Fortbildung am 04.10.2009, für Erziehungsstelleneltern aus den Städten Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Würselen und aus den Städten in Zuständigkeit des Kreises Aachen.
Frau Dr. Bettina Bonus aus Bonn, die über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Pflegekindern verfügt , sensibilisierte die 16 Elternteile für die Situation ihrer Pflegekinder. Die individuelle Situation des Pflegekindes wurde „aus den Augen des Kindes“ betrachtet. Frau Dr. Bonus referierte zur Entstehung einer Frühtraumatisierung bei Pflegekindern, die durch ihre schwierigen Lebensbedingungen „Überlebende“ sind und entsprechend ihrer jeweils individuellen Überlebensstrategie agieren. Die traumatisierten Pflegekinder „scannen“ ihre „neue Familie“ ab und setzen, dass was bisher hilfreich war ein, um zu überleben. Dies ist für jede Pflegefamilie eine besondere Aufgabe, gleichzeitig dem Kind einen liebevollen familiären Rahmen zu geben und von der „Meta-Ebene“ zu schauen, was das Kind aufgrund seiner speziellen Problematik benötigt.
Die verschiedensten Anforderungen, die durch das aufgenommene Kind an die „neue“ Familie gestellt werden, angefangen von Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten und anderen unerwarteten Probleme wurden angesprochen. Die Referentin beleuchtete dabei, welche besonderen Hintergründe im Spiel sein können, und welche Hilfestellungen angezeigt sind.
„Das Kind benötigt in seinen neuen Zuhause Liebe, Zuwendung und Wärme, bringt aber ganz unterschiedliche Vorerfahrungen mit“, so Sabine Weller vom Jugendamt der Stadt Alsdorf.
Gerade bei früh traumatisierten Kindern kann es sein, dass es Verweigerungen verschiedenster Art gibt. Frau Dr. Bonus stellte die Anstrengungsverweigerung als Folge von frühen Traumata vor.
Die Erziehungsstelleneltern erlebten im Helene-Weber-Haus in Stolberg eine sehr interessante, bereichernde Veranstaltung.
„Regelmäßige Fortbildungen gehören mit zum Unterstützungsangebot für unsere Erziehungsstellen, bei ihrer schwierigen Arbeit“, berichtet Ingrid Breuer vom Jugendamt der Stadt Herzogenrath.
Die Jugendämter suchen nach wie vor Familien die bereit sind ihr Zuhause für ein Kind mit Entwicklungsbeeinträchtigungen zu öffnen. Das nächste Seminar beginnt am 19.04.2010.
Unverbindliche weitere Informationen erhalten Sie durch:
Sabine Weller, Tel.Nr. 02404-50340, Jugendamt Alsdorf, Mathilde Uhr, Tel.Nr. 02403-71469, Jugendamt Eschweiler, Ingrid Breuer, Tel.Nr. 02406-83515, Jugendamt Herzogenrath, Petra Ahrens, Tel. Nr. 02405-67225 und Marianne Werden-Bergs, Tel.Nr. 0241-51982461.