Im Rahmen des Projektes „Herzogenrath hat keinen Platz für Rassismus" stellten die Stadtratsfraktionen eine Antrag und beschlossen einstimmig in der Sitzung am 19.02.2002, dass am Moses-Denkmal eine Text-Tafel/Plakette aufgestellt werden soll, die die wechselvolle Moses-Geschichte erklärt. Auch wurde eine relief- oder holzschnittartige Darstellung des alten Moses hierzu ergänzend in Erwägung gezogen, die die Textaussage verstärken soll.
Der Text lautet wie folgt:
„Der neue Moses hatte einen Vorläufer: Einen patriarchischen Moses aus Nivelsteiner Sandstein. Diese Figur wurde in der Nacht vom 6. zum 7. Februar 1934 von Anhängern der Nationalsozialisten zerstört. Kurt-Wolf von Borries stellte am 09. September 1962 seinen neuen Moses auf ein Stück des alten Moses und schuf damit ein Gesamtkunstwerk, welches auch eine Mahnung gegen rassistische und antisemitische Verirrungen sein sollte. Dieser Sockel ging bei der Umsetzung der Figur im Jahr 1997 zu Bruch und wurde am 17. August 1997 durch den heutigen Basaltsockel ersetzt. Das Moses-Denkmal ist eine Stiftung des Herzogenrather Nadelfabrikanten Ferdinand Bernhard Schmetz."
Die Verwaltung nahm Kontakt mit ortsansässigen Künstlern und Handwerkern auf. Moses und sein Standort wurden begutachtet. Die Kommission in der Politik (Dr. Hans Joachim Helbig, Renate Gülpen, Folker Moschel), Verwaltung (Bürgermeister Gerd Zimmermann, Bernd Krott, Detlef Zähringer, Petra Baur) und der Sohn des Stifters der Moses-Figur, Herr Peter-Nikolaus Schmetz vertreten waren, fanden in Herrn Esser (Fa. Marmor Esser) und Herrn Robert Simon zwei Geschäftspartner, die eine besondere Lösung für die Realisierung des Projektes vorstellten.
Beide Herren waren sich schnell einig, dass sie bei einem „Anti-Rassismus Projekt" auch persönlich ein Zeichen setzen wollen, indem Sie nicht in Konkurrenz gegeneinander sondern miteinander arbeiten.
Diese Idee wurde von der Kommission gerne angenommen. Der Stadtrat faßte einen Beschluss zur Auftragsvergabe in seiner Sitzung vom 28.11.2002. Herr Schmetz erklärte sich bereit - aus alter Verbundenheit seiner Familie mit dem Denkmal - die hälftigen Kosten für die Arbeiten, zu übernehmen.
Anfang diesen Jahres machten sich die Herren Simon und Esser ans Werk. Zu diesem Zweck mußte Moses von seinem angestammten Platz in der Bahnhofstraße demontiert werden.
Über zwei Monaten vermissten die Herzogenrather den kleinen zornig drein blickenden Kerl, der gerade wegen seiner skurrilen Gestalt ein „Hingucker" ist.
Pünktlich zum Frühlingsbeginn, am 21. März 2003 wurde der bearbeitete Moses der Öffentlichkeit präsentiert. Und noch etwas wird dem aufmerksamen Betrachter auffallen: Moses läßt seinen wachen Blick von nun an in die Stadtmitte und nicht mehr Richtung Bahnhof schweifen. So wie es früher mal war.....